
Wenn 596 Menschen gleichzeitig laufen, lachen und sich gegenseitig anfeuern, dann ist wieder MALIG-Zeit. Unter dem Motto „Mach dich fit – lauf einfach mit“ verwandelte sich das Volkshaus am 18. Mai in eine bunte Laufarena für die ganze Familie – bei perfektem Laufwetter und mit vielen strahlenden Gesichtern.
Dass der Lauf ausgerechnet an einem Montag stattfand, machte die Leistung umso bemerkenswerter. „Besonders beeindruckend ist der Lauftag – eigentlich sehr untypisch, ein Montag. Aber was Hartwig hier schafft, ist beeindruckend“, betonte Landrat Dr. Steffen Burchhardt in seiner kurzen Eröffnungsrede, bevor er später selbst die Laufschuhe schnürte.
„Der MALIG-Lauf steht seit Jahren für mehr als nur Bewegung – wir wollen Kinder stark machen gegen Sucht und Drogen“, erklärte Initiator und Organisator Steffen Hartwig. MALIG steht für MeinAlterLaufIchGern – und genau dieses Prinzip zeigte sich auch in diesem Jahr wieder eindrucksvoll. Von den Kleinsten mit zwei Jahren bis zu den erfahrenen Läufern mit 66 Jahren war alles vertreten. Insgesamt 302 Mädchen und Frauen sowie 294 Jungen und Männer gingen an den Start.
Buntes Laufgeschehen
Ob Kinder- und Jugendfeuerwehr, Schulen aus der Region oder zahlreiche Sportvereine – sie alle kamen nach Gommern, um ihre persönlichen Ziele „in Minuten“ zu erlaufen. Sogar über die Landesgrenzen hinaus hat sich der Lauf mittlerweile einen Namen gemacht: Schauspieler Oliver Ewy reiste eigens aus Nordrhein-Westfalen an.
Ein von Sandra Zeibig liebevoll gestalteter Parcours mit 120 Kegeln und Hütchen sorgte auf dem Rasen für Abwechslung und so manches Schmunzeln bei den Läufern. Wer es klassischer mochte, drehte seine Runden auf der Aschenbahn – bestens versorgt durch Helfer, die Wasserbecher reichten.
Stimmung am Rand
Für beste Stimmung sorgten die Moderatoren Steffen Hartwig und Hendrik Jankiewicz, die die über 300 Zuschauer immer wieder zum Anfeuern animierten. Mit Sprüchen wie „Nicht quatschen, sondern mehr klatschen!“ und „Wer noch stehen kann, kann auch klatschen!“ brachten sie das Publikum zuverlässig in Bewegung. Und genau das ließ sich nicht zweimal sagen.
Als die letzten 30 Sekunden anbrachen, wurde es noch einmal emotional: Gemeinsam zählten Läufer und Zuschauer lautstark herunter – ein Gänsehautmoment, der den besonderen Gemeinschaftsgeist des Events unterstrich.
Starke Leistungen
Die sportlichen Leistungen konnten sich ebenfalls sehen lassen: 211 Teilnehmer liefen das Doppelte ihres Alters, 206 entschieden sich für den klassischen MALIG und 179 gingen sogar bis zum Dreifachen ihres Alters. 27 besonders Ausdauernde hielten die maximale Laufzeit von 70 Minuten durch.
Am Ende durften sich alle 596 Teilnehmer über ein Laufdiplom und die begehrte Finisher-Medaille freuen – sichtbare Zeichen für persönlichen Einsatz und sportlichen Ehrgeiz. Wie Emil Zátopek es einmal formulierte: „Wenn du laufen willst, lauf eine Meile. Wenn du ein anderes Leben erleben willst, lauf einen Marathon.“ Für Gommern gilt an diesem Tag wohl beides ein wenig.
Teamwertung und Dank
Den offiziellen Startschuss übernahm in diesem Jahr Landrat Dr. Steffen Burchhardt, da Bürgermeister Jens Hünerbein verhindert war. Anschließend mischte sich der Landrat selbst unter die Läufer. Bei der Teamwertung setzte sich der SV Germania Nedlitz durch und verwies die Sekundarschule „Fritz Heicke“ Gommern sowie die Grundschule „Albert Einstein“ Burg auf die Plätze zwei und drei. Die drei teilnehmerstärksten Teams wurden jeweils mit einem Geldscheck ausgezeichnet.
Ein besonderer Dank gilt den rund 20 Helfern, dem Ärzteteam um Dr. Michael Sudau, den Schülern der Sekundarschule „Fritz Heicke“ Gommern sowie den zahlreichen Sponsoren und Unterstützern. Auch die Versorgung durch „Schmidtchen on Tour“ ließ keine Wünsche offen.
Gelebte Inklusion
Zum MALIG gehören seit Jahren auch das Laufdiplom und die gelebte Integration von Menschen mit Handicap. Das gehört in Gommern einfach dazu und wird nicht nur mitgedacht, sondern ganz selbstverständlich gelebt. Ein Beispiel dafür ist die sehbehinderte Sportlerin Zoé Starke aus Gommern, die immer wieder mit dabei ist. Ebenso steht Jens Sauerbier aus Biederitz für diese Haltung: Der Rollstuhlrugby-Spieler der deutschen Nationalmannschaft erfüllte sich mit der Paralympics-Teilnahme 2024 in Paris einen großen Traum. Gerade solche Beispiele zeigen, dass der MALIG-Lauf weit mehr ist als ein Sportevent – er ist ein Zeichen für Miteinander, Offenheit und Teilhabe.
Ausblick
Und schon richtet sich der Blick voraus: Im Mai 2027 steht die 30. Auflage des MALIG-Laufs an. Dafür sucht Steffen Hartwig bereits nach Sponsoren, plant eine neue Medaille und will erneut etwas Besonderes auf die Beine stellen. Was 2011 mit dem ersten Lauf in der Halle und damals 36 Teilnehmern begann, hat sich längst von einem am Schreibtisch geplanten Projekt zu einer Veranstaltung mit Ausstrahlung weit über die Landesgrenzen entwickelt.
Hartwig ist stolz auf sein seit 2015 geschütztes Patent, auf die Konzeption, den MALIG-Laufpass und die eigene MALIG-Brause. Viele nennen das Ganze längst einMALIG – und Hartwig deshalb neben „Mister Zehnkampf“ inzwischen auch „Mister MALIG“. Das alles ist aber nur mit seinem Team umsetzbar, und dafür ist er seinen unkomplizierten ehrenamtlichen Helfern sehr dankbar. Dabei stellt er sich eher bescheiden nicht selbst in den Fokus, sondern die Menschen, Kinder und Jugendlichen, die das Angebot annehmen und Spaß an Sport und Bewegung haben.
Schon jetzt lohnt sich ein Blick in den Kalender: Am 29. August folgt nach den Sommerferien der 21. Gommeraner Kinderzehnkampf für Mädchen und Jungen von 6 bis 11 Jahren. Wer dabei sein möchte, sollte sich rechtzeitig auf der Homepage von malig-lauf.de anmelden.
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Bilder-Link:
https://fotorobert.de/maliglauf-2026/




